Tatsächlich werden 86 % aller Pflegebedürftigen in Deutschland zu Hause versorgt. Dabei ist niemand als Pflegeprofi geboren. Zudem fehlt sehr oft die Zeit für lange Kurse, während gleichzeitig der Rücken schmerzt und die Nerven blank liegen.
Mein Ziel mit CuraData ist es, Ihnen den Rücken freizuhalten. Deshalb schauen wir uns heute an, was wir von den Profis lernen können – insbesondere im Hinblick darauf, was man pflegenden Angehörigen zumuten kann. Dieser Blogbeitrag dient darüber hinaus als wichtige Ergänzung zu meinem kostenlosen Soforthilfe-Plan, der noch viele weitere wertvolle Stützen bietet. Im Folgenden geht es um Kniffe, die körperliche Anstrengung reduzieren und die Kommunikation entspannen. Somit wird ab heute vieles einfacher – versprochen!

5 Life-Hacks aus der professionellen Pflege
An die Situation für pflegende Angehörige angepasst
Diese Tipps sind bewusst niedrigschwellig. Kein zusätzlicher Aufwand, keine komplizierten Routinen – nur kleine Schritte, die sofort wirken.
1. Der 90‑Sekunden‑Reset
Pflegekräfte nutzen Mikro-Pausen, um nicht auszubrennen,für Angehörige funktioniert das genauso:
- 90 Sekunden bewusst atmen
- Schultern lockern
- Blick aus dem Fenster
- Handy weg
- Körper kurz spüren
Warum es wirkt:
Es unterbricht Stressspiralen und verhindert impulsive Reaktionen – besonders in angespannten Momenten.
2. Der „3‑D‑Trick“: Do – Delegate – Delay (Machen – Übertragen – Verschieben)
Profis entscheiden ständig nach Prioritäten.
Für Angehörige reicht eine kleine Karte am Kühlschrank
- Do: Was muss jetzt wirklich getan werden?
- Delegate: Was kann jemand anderes übernehmen?
- Delay: Was kann warten, ohne dass jemand Schaden nimmt?
Warum es wirkt:
Es unterbricht Stressspiralen und verhindert impulsive Reaktionen – besonders in angespannten Momenten.
3. Der „Mini‑Schichtwechsel“ mit Ihnen selbst
Pflegekräfte übergeben sich gegenseitig die Schicht. Angehörige haben diese Pause nicht – umso wichtiger ist ein kurzer Moment zum Durchatmen und Sortieren.
- Was war heute gut?
- Was war schwer?
- Was brauche ich jetzt?
- Was kann ich loslassen?
Warum es wirkt:
Das schafft Distanz und schützt vor emotionaler Überlastung
4. Der Stopp‑Satz für angespannte Situationen
Profis nutzen klare, ruhige Sprache, um Eskalationen zu vermeiden.
Ein Satz, der schützt:
„Ich merke, dass es gerade zu viel wird. Ich mache kurz eine Pause und komme gleich wieder.“
Warum es wirkt:
Das schafft Distanz und schützt vor emotionaler Überlastung
5. Der „Ein‑Handgriff‑Haushalt
Kleine Optimierungen sparen täglich Energie:
- Wäschekörbe auf Hüfthöhe
- Pflegeutensilien in Reichweite
- Ein Tablett für Medikamente, Getränke, Fernbedienung
- Ein Korb pro Zimmer für „alles, was mit muss“
Warum es wirkt:
Das schafft Distanz und schützt vor emotionaler Überlastung
Kommunikation: 10 Profi-Sätze für den Familienfrieden
Situation
Klassischer Satz (Fehler)
Profi-Life-Hack (Besser)
Warum das wirkt
Waschen verweigert
„Du musst dich jetzt waschen, du riechst schon“
„Wollen wir erst das Gesicht waschen oder lieber mit den Händen anfangen?“
Wahlmöglichkeit: Gibt dem Gepflegten Kontrolle zurück
Geduld verloren
„Jetzt entspann dich mal, ich habe auch Stress!“
„Ich merke, das ist gerade anstrengend für uns beide. Ich atme kurz durch.“
Gefühl benennen: Validiert die Situation, statt zu kritisieren.
Wiederholung
„Das hast du schon fünfmal gefragt!“
„Das ist ein wichtiger Punkt, lass uns das kurz gemeinsam notieren.“
Wertschätzung: Nimmt die Angst, etwas zu vergessen.
Sturzgefahr
„Steh nicht alleine auf, du fällst nur hin!“
„Sag mir Bescheid, wenn du aufstehen willst, ich stütze dich gerne.“
Partnerschaft: Klingt nach Hilfe, nicht nach Verbot.
Essen ablehnen
„Du musst aber was essen, sonst wirst du schwach.“
„Ich stelle den Teller hierhin. Probier´ mal, ob die Würze so passt.“
Druck rausnehmen: Weckt die Neugier statt den Trotz.
Anziehen
„Zieh jetzt endlich die Jacke an!“
„Welche Jacke gefällt dir heute besser – die blaue oder die graue?“
Entscheidungsfreiheit: Aktiviert das Gehirn positiv.
Medikamente
„Nimm jetzt deine Tabletten!“
„Hier ist dein Wasser, damit die Tablette gut rutscht. Sollen wir danach Kaffee trinken?“
Belohnungsprinzip: Verknüpft die Pflicht mit etwas Positivem.
Nächtliche Unruhe
„Schlaf jetzt, es ist mitten in der Nacht!“
„Es ist noch dunkel draußen, du bist hier sicher. Ich bleibe kurz bei dir.“
Sicherheit: Beruhigt das Urhirn (Angstabbau).
Aggression
„Hör auf zu schreien!“
„Ich sehe, dass du wütend bist. Was kann ich gerade für dich tun?“
Spiegeln: Nimmt dem Ärger die Spitze durch Akzeptanz.
Eigene Erschöpfung
„Wegen dir komme ich zu gar nichts mehr!“
„Ich brauche kurz 5 Minuten für einen Tee, damit ich danach wieder voll für dich da sein kann.“
Transparenz: Erklärt das Bedürfnis, ohne Schuldzuweisung.
Hinweise und Tipps
Zu gerne hätte ich einen Abschnitt über die körperlichen Entlastungen geschrieben, aber die Bewegungsabläufe per Text zu erklären, ist nicht wirklich hilfreich. Nutzen Sie bitte daher YouTube mit folgendem Suchbegriff: „kinästhetik in der pflege“ und Sie erhalten viele hilfreiche erklärende Videos wie rückenschonendes Arbeiten, bewegen statt heben und vieles mehr.
Der CuraData-Hack: Nutzen Sie eine einfache Liste, die an der Kühlschranktür hängt.
- Morgens/Mittags/Abends: Tragen Sie nicht nur die Pillen ein, sondern auch kleine Erfolge (z.B. „Heute 10 Min. spazieren gegangen“).
- Vorteil: Wenn mal eine Vertretung (Nachbar, Verwandte) einspringt, reicht ein Blick auf die Liste. Niemand muss raten.
Das 4-Spalten-Pflegetagebuch (für den MDK)
Das ist der wichtigste Teil für die Einstufung in einen Pflegegrad. Wer hier unvorbereitet ist, verliert monatlich hunderte Euro. Die meisten scheitern daran, dass sie „Hilfe“ nicht detailliert genug aufschreiben:
- Spalte 1: Uhrzeit (Wann war es?)
- Spalte 2: Tätigkeit (Waschen, Essen, Transfer, etc.)
- Spalte 3: Dauer (Min.) (Wie lange dauerte es wirklich?)
- Spalte 4: Besonderheiten (Gab es Aggressionen, Sturzgefahr oder Verweigerung?)
Kostenlose Pflegekurse
Gemäß § 45 SGB XI haben pflegende Angehörige Anspruch auf kostenlose Pflegekurse. Diese Kurse dienen der Wissensvermittlung, Entlastung und Qualitätssicherung der häuslichen Pflege.
Die Angebote werden für das Jahr 2026 in drei Hauptformen bereitgestellt:
- Individuelle Häusliche Schulungen: Eine Fachkraft kommt direkt nach Hause, um spezifische Pflegetechniken in der gewohnten Umgebung zu trainieren.
- Online-Pflegekurse: Diese sind zeitlich flexibel nutzbar und werden direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.
- Anbieter sind z. B. Pflege ABC, Pflege-Betreuer, Malteser oder Pflegino.
- Präsenzkurse vor Ort: Werden oft von Krankenkassen (z. B. AOK), Pflegediensten oder Krankenhäusern (z. B. im Rahmen der „Familialen Pflege“) angeboten.
Voraussetzungen für die Kostenfreiheit
- Kein Pflegegrad erforderlich: Der Kursbesuch ist auch zur Vorbereitung möglich, bevor eine offizielle Einstufung vorliegt.
- Abrechnung: Die Kosten werden für gesetzlich Versicherte direkt von der Pflegekasse übernommen – Privatversicherte erhalten in der Regel eine Erstattung.
- Teilnehmerkreis: Angehörige, Nachbarn oder Freunde, die ehrenamtlich pflegen oder dies planen.
Um ein passendes Angebot in Ihrer Nähe zu finden, können Sie sich direkt an Ihre Pflegekasse oder einen lokalen Pflegestützpunkt wenden.
Welcher Online-Pflegekurs ist im Verhältnis Zeit/Nutzen am besten?
Im Hinblick auf das Zeit-Nutzen-Verhältnis sind zertifizierte Online-Pflegekurse, die gemäß § 45 SGB XI direkt mit den Pflegekassen abgerechnet werden, am effizientesten. Diese sind für Versicherte (auch bei Pflegegrad 1) kostenlos und bieten strukturierte Inhalte ohne bürokratischen Aufwand.
Die folgenden Anbieter zeichnen sich durch hohe Flexibilität und praxisnahen Nutzen aus:
1. Johanniter-Pflegecoach (Effizienz-Sieger)
Dieser Kurs gilt als besonders zeitsparend, da er modular aufgebaut ist. Sie lernen nur das, was Sie aktuell benötigen.
- Nutzen: Erstellung individueller Organisationspläne zur Entlastung.
- Vorteil: Schneller Einstieg ohne lange Wartezeiten.
- Webseite: Johanniter-Pflegecoach
2. Pflege ABC (Video-basiertes Lernen)
Bietet eine umfangreiche Sammlung an Video-Schulungen, die jederzeit abrufbar sind.
- Webseite: Pflege ABC
- Zeit-Nutzen: Kurze Videoeinheiten ermöglichen das Lernen zwischendurch.
- Themen: Von rechtlichen Grundlagen bis hin zu praktischen Handgriffen (z. B. Sturzprävention).
3. Curendo (Thematische Spezialisierung)
Ideal, wenn Sie wenig Zeit haben und gezielt Informationen zu einem Krankheitsbild (z. B. Demenz oder Inkontinenz) suchen.
- Nutzen: Bietet konkrete Checklisten und Tipps zur Selbstfürsorge, um Burnout vorzubeugen.
- Webseite: Curendo
Organisieren Sie schon – oder recherchieren Sie noch?
Wir alle wollen nur das Beste für unsere Eltern. Doch die Realität sieht oft anders aus, denn Einerseits sucht man häufig vergeblich nach freien Tagesplätzen. Andererseits muss man sich mit Krankenkassen und Krankenhäusern herumschlagen – ganz zu schweigen von der erdrückenden Bürokratie. Zudem wartet man meist vergeblich auf Lösungen, die einem eben nicht einfach ‚zufliegen‘. Schließlich hofft man oft umsonst darauf, dass plötzlich eine qualifizierte Pflegekraft vom Himmel fällt..
Ich habe diesen Weg selbst erlebt – mit meinem Schwiegervater. Damals haben wir getan, was möglich war, aber im Nachhinein weiß ich: Es war nicht genug, weil uns das System und die Orientierung fehlten. Diesen Fehler mache ich bei meinen eigenen Eltern nicht noch einmal.
Verschwenden Sie nicht noch mehr Zeit mit der Suche nach Antworten
Das Defizit an Zeit, Geld und Energie ist bei Ihnen bereits da. Warum also noch mehr davon opfern?
- Die Abkürzung: Mein Soforthilfe-Plan nimmt Ihnen die ersten bürokratischen Hürden ab.
- Die Sicherheit: Das eBook „Familie pflegen“ ist die fertige Lösung für ein Taschengeld. Es ist Ihre Versicherung gegen das Chaos.
Holen Sie sich die Sicherheit und Orientierung, die ich mir damals gewünscht hätte – und nehmen sich wieder mehr Zeit für sich.


