Pflege-Life-Hacks: Wie Sie den Alltag meistern wie ein Profi

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6–9 Minuten
An die Situation für pflegende Angehörige angepasst

Diese Tipps sind bewusst niedrigschwellig. Kein zusätzlicher Aufwand, keine komplizierten Routinen – nur kleine Schritte, die sofort wirken.

1. Der 90‑Sekunden‑Reset

Pflegekräfte nutzen Mikro-Pausen, um nicht auszubrennen,für Angehörige funktioniert das genauso:

  • 90 Sekunden bewusst atmen
  • Schultern lockern
  • Blick aus dem Fenster
  • Handy weg
  • Körper kurz spüren

Warum es wirkt:
Es unterbricht Stressspiralen und verhindert impulsive Reaktionen – besonders in angespannten Momenten.

2. Der „3‑D‑Trick“: Do – Delegate – Delay (Machen – Übertragen – Verschieben)

Profis entscheiden ständig nach Prioritäten.
Für Angehörige reicht eine kleine Karte am Kühlschrank

  • Do: Was muss jetzt wirklich getan werden?
  • Delegate: Was kann jemand anderes übernehmen?
  • Delay: Was kann warten, ohne dass jemand Schaden nimmt?

Warum es wirkt:
Es unterbricht Stressspiralen und verhindert impulsive Reaktionen – besonders in angespannten Momenten.

3. Der „Mini‑Schichtwechsel“ mit Ihnen selbst

Pflegekräfte übergeben sich gegenseitig die Schicht. Angehörige haben diese Pause nicht – umso wichtiger ist ein kurzer Moment zum Durchatmen und Sortieren.

  • Was war heute gut?
  • Was war schwer?
  • Was brauche ich jetzt?
  • Was kann ich loslassen?

Warum es wirkt:
Das schafft Distanz und schützt vor emotionaler Überlastung

4. Der Stopp‑Satz für angespannte Situationen

Profis nutzen klare, ruhige Sprache, um Eskalationen zu vermeiden.
Ein Satz, der schützt:

„Ich merke, dass es gerade zu viel wird. Ich mache kurz eine Pause und komme gleich wieder.“

Warum es wirkt:
Das schafft Distanz und schützt vor emotionaler Überlastung

5. Der „Ein‑Handgriff‑Haushalt

Kleine Optimierungen sparen täglich Energie:

  • Wäschekörbe auf Hüfthöhe
  • Pflegeutensilien in Reichweite
  • Ein Tablett für Medikamente, Getränke, Fernbedienung
  • Ein Korb pro Zimmer für „alles, was mit muss“

Warum es wirkt:
Das schafft Distanz und schützt vor emotionaler Überlastung

Waschen verweigert

„Du musst dich jetzt waschen, du riechst schon“

„Wollen wir erst das Gesicht waschen oder lieber mit den Händen anfangen?“

Wahlmöglichkeit: Gibt dem Gepflegten Kontrolle zurück

Geduld verloren

„Jetzt entspann dich mal, ich habe auch Stress!“

„Ich merke, das ist gerade anstrengend für uns beide. Ich atme kurz durch.“

Gefühl benennen: Validiert die Situation, statt zu kritisieren.

Wiederholung

„Das hast du schon fünfmal gefragt!“

„Das ist ein wichtiger Punkt, lass uns das kurz gemeinsam notieren.“

Wertschätzung: Nimmt die Angst, etwas zu vergessen.

Sturzgefahr

„Steh nicht alleine auf, du fällst nur hin!“

„Sag mir Bescheid, wenn du aufstehen willst, ich stütze dich gerne.“

Partnerschaft: Klingt nach Hilfe, nicht nach Verbot.

Essen ablehnen

„Du musst aber was essen, sonst wirst du schwach.“

„Ich stelle den Teller hierhin. Probier´ mal, ob die Würze so passt.“

Druck rausnehmen: Weckt die Neugier statt den Trotz.

Anziehen

„Zieh jetzt endlich die Jacke an!“

„Welche Jacke gefällt dir heute besser – die blaue oder die graue?“

Entscheidungsfreiheit: Aktiviert das Gehirn positiv.

Medikamente

„Nimm jetzt deine Tabletten!“

„Hier ist dein Wasser, damit die Tablette gut rutscht. Sollen wir danach Kaffee trinken?“

Belohnungsprinzip: Verknüpft die Pflicht mit etwas Positivem.

Nächtliche Unruhe

„Schlaf jetzt, es ist mitten in der Nacht!“

„Es ist noch dunkel draußen, du bist hier sicher. Ich bleibe kurz bei dir.“

Sicherheit: Beruhigt das Urhirn (Angstabbau).

Aggression

„Hör auf zu schreien!“

„Ich sehe, dass du wütend bist. Was kann ich gerade für dich tun?“

Spiegeln: Nimmt dem Ärger die Spitze durch Akzeptanz.

Eigene Erschöpfung

„Wegen dir komme ich zu gar nichts mehr!“

„Ich brauche kurz 5 Minuten für einen Tee, damit ich danach wieder voll für dich da sein kann.“

Transparenz: Erklärt das Bedürfnis, ohne Schuldzuweisung.


Im Hinblick auf das Zeit-Nutzen-Verhältnis sind zertifizierte Online-Pflegekurse, die gemäß § 45 SGB XI direkt mit den Pflegekassen abgerechnet werden, am effizientesten. Diese sind für Versicherte (auch bei Pflegegrad 1) kostenlos und bieten strukturierte Inhalte ohne bürokratischen Aufwand. 

Die folgenden Anbieter zeichnen sich durch hohe Flexibilität und praxisnahen Nutzen aus:

1. Johanniter-Pflegecoach (Effizienz-Sieger)

Dieser Kurs gilt als besonders zeitsparend, da er modular aufgebaut ist. Sie lernen nur das, was Sie aktuell benötigen. 

  • Nutzen: Erstellung individueller Organisationspläne zur Entlastung.
  • Vorteil: Schneller Einstieg ohne lange Wartezeiten.
  • Webseite: Johanniter-Pflegecoach 
2. Pflege ABC (Video-basiertes Lernen)

Bietet eine umfangreiche Sammlung an Video-Schulungen, die jederzeit abrufbar sind. 

  • Webseite: Pflege ABC  
  • Zeit-Nutzen: Kurze Videoeinheiten ermöglichen das Lernen zwischendurch.
  • Themen: Von rechtlichen Grundlagen bis hin zu praktischen Handgriffen (z. B. Sturzprävention).
3. Curendo (Thematische Spezialisierung)

Ideal, wenn Sie wenig Zeit haben und gezielt Informationen zu einem Krankheitsbild (z. B. Demenz oder Inkontinenz) suchen. 

  • Nutzen: Bietet konkrete Checklisten und Tipps zur Selbstfürsorge, um Burnout vorzubeugen.
  • Webseite: Curendo